Gewinnerinnen und Gewinner 2026

Print & Online

Dotterdämmerung

von Sebastian Hofer

Jury-Begründung:

Mit „Dotterdämmerung“ gelingt Sebastian Hofer ein ebenso origineller wie vielschichtiger Text, der ein aktuelles wirtschaftliches Phänomen – die Turbulenzen am globalen Eiermarkt – als Ausgangspunkt für eine ebenso kluge wie unterhaltsame Analyse nutzt. Mit großer Leichtigkeit verbindet der Beitrag wirtschaftliche Zusammenhänge mit Einblicken in Produktion, Ernährung und Kulturgeschichte und macht so ein scheinbar alltägliches Produkt in all seinen Dimensionen begreifbar. Der Text überzeugt durch Tempo, Witz und sprachliche Präzision, zugleich auch durch seine kreative Herangehensweise und hohe Anschaulichkeit. Komplexe Inhalte werden nicht nur verständlich, sondern auch mit spürbarer Freude am Erzählen vermittelt – lehrreich, überraschend und stilistisch herausragend. Auch die Bebilderung ist besonders hervorzuheben, da sie diese ganzheitliche Betrachtung attraktiv visualisiert.

Interview

In Österreich ist es oft am besten, wenn man nichts macht

von Matthias Auer

Jury-Begründung:

Matthias Auer wird für sein Interview „In Österreich ist es oft am besten, wenn man nichts macht“ ausgezeichnet. Der Beitrag überzeugt durch die kluge Wahl eines Gesprächspartners, der aus erster Hand und mit großer fachlicher Autorität Einblick in ein hochaktuelles wirtschaftliches Thema gibt. Stefan Greimel argumentiert klar, differenziert und zugleich außergewöhnlich offen und liefert pointierte Einschätzungen zu globalen Abhängigkeiten, europäischer Industriepolitik und den strukturellen Herausforderungen des Standorts Österreich. Das Interview ist präzise geführt, konsequent auf den Punkt gebracht und überzeugt durch Mut zur Zuspitzung. Direkte Fragen treffen auf ebenso direkte Antworten – ein Gespräch, das durch Klarheit und Stringenz überzeugt.

Bewegtbild, Radio & Podcast

Wie schlimm ist das Budgetloch wirklich?

von Kathrin Pollak

Jury-Begründung:

Kathrin Pollak wird für ihren Explainer „Wie schlimm ist das Budgetloch wirklich?“ für die Zeit im Bild auf YouTube ausgezeichnet. Der Beitrag bereitet ein komplexes und politisch hochrelevantes Thema klar, verständlich und zielgruppengerecht auf – auch für ein junges Publikum, für das Nachrichtenvermittlung zunehmend herausfordernd ist – und macht die Hintergründe der Budgetkrise nachvollziehbar. Nicht nur dieser Beitrag, sondern die gesamte Reihe überzeigt mit präziser Sprache und klarer Struktur. So gelingt es, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich einzuordnen. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven ausgewogen beleuchtet. Der Beitrag erfüllt damit in besonderer Weise den öffentlich-rechtlichen Auftrag und überzeugt durch seine journalistische Qualität und Vermittlungsleistung.

Kurzbeitrag & Kommentar

Der wahre Gegner unseres Wohlstands

von Aloysius Widmann

Jury-Begründung:

Aloysius Widmann wird für seinen Kommentar „Der wahre Gegner unseres Wohlstands“ ausgezeichnet. Mit klarer Sprache und gedanklicher Präzision gelingt es ihm, ein komplexes Thema auf den Punkt zu bringen und eine zugespitzte, zugleich nachvollziehbare These zu formulieren. Der Beitrag überzeugt durch Stringenz und argumentative Klarheit und richtet den Blick auf grundlegende Fragen wirtschaftlicher Entwicklung. Besonders der Schluss bleibt im Gedächtnis und regt zum Weiterdenken an – ein Kommentar, der durch Prägnanz und gedankliche Schärfe überzeugt.

Newcomer

Das böse China gängelt den Westen? Warum die Erzählung einen Haken hat

von Nicolas Dworak

Jury-Begründung:

Nicolas Dworak wird für seinen Beitrag „Das böse China gängelt den Westen? Warum die Erzählung einen Haken hat“ ausgezeichnet. Der Text überzeugt durch einen frischen, differenzierten Zugang zu einem geopolitisch und wirtschaftlich hochrelevanten Thema und hinterfragt gängige Narrative mit analytischer Schärfe. Mit großer Souveränität verbindet der Beitrag historische Einordnung mit aktuellen Entwicklungen und schafft es zugleich, sowohl das große Ganze als auch zentrale Details verständlich darzustellen. Neue Perspektiven und bislang wenig beachtete Aspekte machen die Analyse besonders lesenswert. Für einen Newcomer ist diese inhaltliche Tiefe und erzählerische Sicherheit besonders bemerkenswert.

Newcomer

Grazer Mietpreiszuckerl

von Hannah Müller

Jury-Begründung:

Hannah Müller wird für ihren Beitrag „Grazer Mietpreiszuckerl“ ausgezeichnet. Der Text überzeugt durch dichte Recherche und einen klaren, gut geschriebenen Zugang zu einem auf den ersten Blick widersprüchlichen Phänomen am Wohnungsmarkt. Mit sicherem Gespür für politische und wirtschaftliche Zusammenhänge arbeitet der Beitrag die Spannung zwischen politischen Zielsetzungen und tatsächlicher Entwicklung heraus und zeigt präzise, wo Anspruch und Realität auseinandergehen. Die Verbindung von konkreten Beispielen, struktureller Einordnung und langfristiger Entwicklung eröffnet einen neuen Blick auf den Grazer Wohnungsmarkt.

Milan Frühbauer-Preis – Wirtschaftsjournalistin des Jahres

Madlen Stottmeyer

Jury-Begründung:

Madlen Stottmeyer überzeugt mit einer herausragenden Kombination aus inhaltlicher Tiefe und exzellentem journalistischem Handwerk. Besonders ihre prägende Berichterstattung rund um Signa setzte neue Maßstäbe und trug wesentlich dazu bei, eines der zentralen wirtschaftlichen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit differenziert einzuordnen und aufzuarbeiten. Dabei überzeugt sie nicht nur durch hohe fachliche Kompetenz, sondern auch durch ihre thematische Breite und ihren ausgeprägten Blick für das „große Ganze“. Ihre Arbeit verbindet präzise Analyse mit verständlicher Aufbereitung und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Qualitätsjournalismus.

Foto: IV

Alle Fotos: leadersnet.at / D. Mikkelsen